Studienfahrt nach Cardiff/Wales

Die BiL-Privatschule organisiert jedes Jahr für die Klasse 8 des Gymnasiums und Klasse 9 der Realschule eine einwöchige Studienfahrt nach Cardiff. Die Ziele des Projektes stehen in engem Zusammenhang mit dem Fremdsprachenunterricht:
- Erarbeitung eines konkreten Projektes unter unmittelbarer Einbeziehung landeskundlicher Aspekte
- Vertiefung von persönlichen Kontakten zu walisischen Schülern sowie Ausbau der institutionalisierten Kontakte mit Cardiff High School, German Language Department
- Die erworbenen fremdsprachlichen Kompetenzen auf konkrete Inhalte im realen Sprachraum anwenden und vertiefen
- Die Schüler real erfahren lassen, was die Europäische Gemeinschaft an Struktur und Bewusstsein am Beispiel Cardiff geschaffen hat.
- Historischer Schwerpunkt: Industrielle Revolution, Henry the VIIIth, Normans
Im Folgenden lesen Sie einen Text, in dem die einzelnen Tage in Cardiff insbesondere für unsere Schüler/innen und Eltern täglich in einem Blog dokumentiert wurden.
1. Tag, Samstag
Hallo liebe Eltern und alle anderen Leser. Die erfreulichste Nachricht: Wir sind alle heil angekommen und die Atmosphäre ist sehr gut. Ihre Kinder fühlen sich sehr wohl. ALLE! Auch uns Lehrern geht es gut.
Wir hatten eine durchgehend sehr angenehme und reibungslose Fahrt bis nach Cardiff. Um 11.30 Uhr kamen wir in Calais an und nahmen die Fähre um 12.25 Uhr Richtung Dover. Um 13.46 Uhr kam die Fähre in Dover, England an. Bevor es Richtung Cardiff und somit Herberge ging, fuhren wir nach Margate an den Strand. Wir erlebten die Ebbe und Flut, liefen am Strand entlang und kamen in den Genuss eines sonnigen, aber sehr verträglichen Wetters. Um 15.00 Uhr ging es dann weiter nach Cardiff. Ankunftszeit: 19.30 Uhr. Soeben haben wir sehr lecker gegessen und marschieren alle müde Richtung Bett. Morgen früh erwartet uns dann das erste britische Frühstück, um anschließend voller Kraft und Energie den ersten Studientag in Cardiff zu beginnen. Hier noch Sie Bilder des Tages. Wir grüßen Sie. Und entschuldigen Sie die heutige verspätete Berichterstattung
2. Tag, Sonntag
Hello everbody. Der Tag begann mit einem auswahlreichem Frühstück um 8.00 Uhr morgens. Die erste Station des Tages war das National Museum of Cardiff. Die Geschichte Cardiffs,Wales wird in diesem Museum auf sehr lebendige Art präsentiert. Für die Hinfahrt benutzten wir die öffentlichen Verkehrsmittel. Dies war ein Erlebnis für sich. Dies war zugleich bedingt durch das Versagen unseres Busses. Aber hallo, es ist ein Daimler-Bus. Und einen Daimler-Service hat es auch hier in Cardiff, der innerhalb kürzester Zeit erschien und den Bus während unseres Aufenthalts im Museum reparierte. Wir konnten unseren Studientag mit dem eigenen Bus fortsetzen. Im National Museum konnten alle je nach Interesse Besichtigungen durchführen. um 11.30 ging es Richtung Cardiff-Hafen. Nach einem Spaziergang am Hafen besichtigten wir kurz das Millennium Center und gingen anschließend in das Cardiff Bay Visitor Center. Hier kamen wir zu einem sehr guten Zeitpunkt an, denn es startete ein Informationsvideo über den Hafen Cardiffs. Nun waren wir alle hungrig und es war die Zeit für unseren Lunch: Käsebrot, saure Gurken, Peperoni, Apfel, Getränk. Um 14.00 Uhr fuhren wir in das Stadtzentrum von Cardiff. Die Schülerinnen und Schüler durften alleine 2,5 Stunden „chillen“. Anschließend fuhren wir erneut an die Herberge. Vier der Schüler bereiteten gemeinsam das Abendessen vor. Zu essen gab es: Champignoncremesuppe, Spaghetti mit Tomatensauce, Salat. Nun arbeiten alle das erste Mal an ihrem Scrap-Book. Und mit allen, die noch Lust haben, werden wir im Aufenthaltsraum einen Film anschauen. Morgen wird eine unserer Schülerinnen überrascht. Lassen Sie sich auch überraschen. Bis dann. Wir hoffen, dass es Ihnen allen auch gut geht. Und übrigens das Wetter war heute Morgen regnerisch, aber so einen leichten Regen hat noch keiner erlebt. Einfach nur himmlisch. Mittlerweile hat die Sonne wieder gesiegt. Yuhuuuu. bye.
3. Tag, Montag
Heute war wieder ein richtig schöner Tag, mit super Wetter. Das Wichtigste zuerst: Allen geht es prima, sowohl im Hirn als auch der Stirn. Als erstes fuhren wir um 9.30 Uhr zur Cardiff High School, welches in der Nähe der Jugendherberge liegt. Bedauerlicherweise hatten die Schüler/innen bereits Ferien, seit letzten Montag, dies war uns bewusst, aber eine frühere Anfahrt war leider nicht möglich. Wir lernten trotzdem sehr viel über das Schulsystem und das Schulleben auf der Cardiff High School, einer Schule mit knapp 1600 Schülern. Hier wurden wir im Anschluss mit Welsh Cakes (Walisischer Kuchen) verwöhnt. Zum Abschied bedankten wir beim Deutschlehrer, Herr Wood mit einem kleinen Geschenk aus Stuttgart (Danke an dieser Stelle auch an Herrn Ehringer). Er teilte uns noch mit, dass wir jederzeit wieder willkommen sind und freut sich immer wieder über diesen mittlerweile traditionellen Besuch nach Cardiff, der Partnerstadt der Stadt Stuttgart. Anschließend liefen wir zurück zur Herberge - durch den wunderschönen Roath Park. Hier zogen wir uns rasch die Sportklamotten an und gingen Richtung englischen Rasen, gewappnet mit 2 Fußbällen, 2 Volleybällen und einem Lunch-Kasten: Käse-/Wurstbrötchen mit Butter und Gurken, Peperonis, Wasser und Nektarinen. Erschöpft gingen wir zur Herberge zurück und alle hatten bis zum Abendessen frei, durften also ihre eigene Tour gehen. Um 17.30 Uhr hatten wir ein tolles Abendessen: Pellkartoffeln mit Quark, eine Joghurtsuppe, Salat. Unsere Köchin zeigte sich bisher immer von ihrer besten Seite. Wir passen ja auch sehr gut auf Sie auf und verwohnen Sie ab und zu mal. Nun arbeiten alle an ihren Scrap-Books, bei diesem Wetter auch draußen. Ach ja die Überraschung: Vildan hatte heute Geburtstag. Wir überraschten Sie nach dem Abendessen mit einem Kuchen und dem Happy-Birthday-Lied. Wir hoffen, dass es Ihnen allen auch sehr gut geht. See you.
4. Tag, Dienstag
Wie immer das Wichtigste zuerst: Allen geht es prima. Kopfschmerzen gab es hin und wieder mal, aber alles Kleinigkeiten. Also keine Sorgen machen. Heute war ein regenreicher Tag, auch wenn er sonnig begann. Aber alles halb so wild. Heute hatten die Schüler einiges zu tun. Es gab fünf Gruppen bestehend aus jeweils vier Schülern. Der Auftrag: Informationen zur Monarchie, Menschen, Verkehr, Essgewohnheiten und Sport sammeln, erfragen, fotografieren und dokumentieren. Jede Gruppe übernahm einen Bereich. Die Schüler arbeiteten mit höchstem Einsatz und wir Lehrer waren begeistert. Ach ja, wir Lehrer + Busfahrer + Köchin hatten heute nicht so viel zu tun im Vergleich zu den anderen Tagen Das muss auch mal sein. Aber wir wurden auch nass. Der Regen trennt nun mal nicht zwischen Schülern und Lehrern. Nun sind wir zurück in der Herberge und sind alle dabei sich abzutrocknen. Die Köchin kocht mit ihren vier Helfern des Tages. Zu essen wird es geben: Spargelcremesuppe, Reis mit Gemüse und Salat, Pudding mit Sahne. Einen Film werden wir diesen Abend nicht mehr anschauen. Aber Tee werden wir reichlich zu uns nehmen und uns in einer Diskussionsrunde über den bisherigen Verlauf der Studienfahrt unterhalten. Bevor es ins Bett geht werden die fünf Gruppen ihre Arbeiten von heute präsentieren. Jedes Gruppenmitglied wird dabei 2-3 Minuten referieren… Die Meinung der Lehrer bisher: Einwandfrei und vorbildlich. Die Schüler/innen haben ein hohes Maß an Selbstständigkeit entwickelt und die anfängliche Zurückhaltung in der fremden Umgebung überwunden. Das freut uns sehr. Bis morgen.
5. Tag, Mittwoch
Ausgeschlafen und ausgestattet mit dem Lunch-Paket ging es heute als erste Station zum BIG PIT in Blaenavon. Hier eine kurze Info dazu: „Feuer, Eisen, Kohle und Gips: Ende des 18. Jahrhunderts begann die Nutzung der Bodenschätze, die die raue Landschaft Südwales hervorbrachte. Während 1789 Frankreich von der Revolution erschüttert wurde, begann in Blaenavon die industrielle Revolution und aus einer vergessenen Landschaft wurde eines der größten Industriezentren der Welt. Innerhalb weniger Jahre entstanden neue Verkehrswege: Schienen, Tunnel, Brücken. In der Tiefe der Erde wurden Kammern und Wege ausgehöhlt, und Unmengen von Kohle, Eisenerz und Gipserde gefördert. Aus ganz Europa kamen die Arbeiter. Bauern wurden zu Bergarbeitern. Für wenig Geld wurde die anstrengende Arbeit in langen Arbeitstagen bewältigt. Rund um die Kohlehalden und Fördertürme lebten die Menschen in engen Reihenhäusern. Für Tausende war Blaenavon Schicksal, Mühsal, aber auch Zukunftssicherung und Hoffnung auf ein besseres Leben. Symbol für die Schaffenskraft und Leistung der Bergarbeiter war die Grube „Big Pit“, der erste große Schacht von Blaenavon. Heute zeugt sein Förderturm mit dem großen Förderrad von der Leistung der Menschen der frühen Industrialisierung, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Blaenavon zu Ende ging. Mit dem Versiegen der Bodenschätze verloren die Menschen in Blaenavon ihre Existenzgrundlage. Sie gingen und hinterließen eine Landschaft, in der die Spuren ihrer Arbeit noch zu finden sind.“ Quelle: Horst Brandenburg
So viel Lektüre fuer heute reicht für Sie denke ich. Anschließend fuhren wir weiter nach Caerfilly, der Partnerstadt Ludwigsburgs (das wussten wir davor auch nicht:). Hier besuchten wir das Caerfilly Castle. Die Schüler/innen wurden plötzlich lebendiger als zuvor und versuchten das Leben auf dem Castle in diversen Varianten nachzuahmen. Die gute Nachricht: Es ging hinterher allen gut, vielleicht sogar besser als zuvor. Nun bereiten die Helfer des Tages gemeinsam mit unserer Köchin das Abendessen vor: Na endlich, es gibt Fish & Chips, Salat und original Walisische Limonade. Anschließend geht die Arbeit an den Scrap-Books weiter. Übrigens freut es uns sehr, dass Sie Ihren Beitrag zu dieser Seite leisten. Wenn Sie Grüße oder irgendwelche Botschaften schreiben, so teilen wir dies den Schülern sofort mit und sie kennen dann gerne auf Ihre Nachricht antworten. Bleiben Sie gesund und munter. Wir tun es auch. bye.
6. Tag, Donnerstag
Ich habe zum Anfang eine schlechte und eine gute Nachricht. Ich beginne mal mit der schlechten: Ein Gruppenmitglied wurde von einer Wespe gestochen. Aua. Die gute Nachricht: Die Wespe stach keinen Schüler, sondern einen Lehrer. Sie stach Herrn Altas, sie stach mich. Eine Wespe, die weiß, wen sie zu stechen hat Heute waren wir im Museum of Welsh life. Ein tolles Museum, welches das frühere Leben in Wales veranschaulicht. Ein Leben, in dem es noch kein Strom, keine Wasserhähne und keine Autos gab. Ein Leben, in dem der eigene Garten vor der Haustür die essentiellste Lebensgrundlage darstellte. Am Ende des zweistündigen Besuch hatten wir im Celtic Village einen Talk mit einem Museumsmitarbeiter, der uns das Leben und Überleben vor 2000 Jahren sehr informativ und bildlich erzählte… Nach dem Museumsbesuch ging es Richtung City. Naaaaaaaaaaaaaaa endlich. Shoppen war angesagt. Der Durst der Schüler/innen das eigene Geld für Klamotten, Taschen, Trikots, etc. konnte endlich gestillt werden: 3 STUNDEN SHOPPEN. Am Ende reichte die Zeit irgendwie nicht für alle. Aber es zählt: Alle sind happy und wir haben auch schon gegessen und arbeiten heute das letzte Mal an den Scrap-Books, an denen die Schüler/innen in den Ferien zu Hause weiterarbeiten sollen… Heute Abend werden wir gemeinsam unsere geschossenen Bilder auf einer Leinwand anschauen und mit etwas Trauer ins Bett gehen: Es ist die letzte Nacht in der Herberge. Dennoch freuen sich alle auf die Busfahrt. Bevor es nach Dover zur Faehre geht, machen wir einen Abstecher nach Hastings. Hier werden wir uns 4-6 Stunden aufhalten. Neben Geschichte und Kultur werden wir ein letztes Mal Strandluft genießen… Wir hoffen, dass Sie durch diese Seite auf dem Laufenden geblieben sind und die Sorge um Ihr Kind etwas reduziert haben. Auch wenn der Abschied von hier schwer fällt, freuen wir uns auf die Ankunft in unserer Heimat. Wir hoffen heil und gesund wieder anzukommen. Bis dann.
7. Tag, Freitag
Die Koffer sind gepackt, die Bettbezüge abgemacht, das Frühstück liegt im Magen; es ist an der Zeit sich zu verabschieden. In einer halben Stunde fahren wir Richtung Hastings, welches nahe bei Dover liegt. In Hastings werden wir historische Gegenden bezüglich der „Schlacht von Hastings“ im Jahr 1066 besichtigen. Anschließend gehen wir an den Strand und verweilen hin bis zur Abfahrtszeit der Fähre… Und wenn alles gut geht (das hoffen wir sehr stark), dann sind wir wie geplant am Samstagmorgen um 10.30 Uhr an der Schule. Zur Info: Die Schüler/innen werden Sie knapp 200 km vor Ankunft an der Schule per Anruf benachrichtigen. Bis bald….


